1935 Geboren in Krefeld
1955 - 1960 Architekturstudium Werkkunstschule Krefeld
seit 1960 Zeichnungen
bis 1977 Arbeit als Architekt in Worms
seit 1977 Performances
seit 1992 Zeichnerische Rauminstallationen
Egon Schrick reflektierte in seinen Arbeiten u.a. über den Prozess der zunehmenden internationalen Verflechtung von Wirtschaft, Politik und Kultur.
In großen Zeichnungsinstallationen, die er oft aktionistisch live eröffnete und vervollständigte, verwies er kritisch auf die Folgen für Individuen und Gesellschaften.
Hervorzuheben sind auch seine Arbeiten zur Deutschen Vergangenheit, so z.B. seine Performances zur sogenannten "Speerachse" in Berlin und den von den Nationalsozialisten geplanten Umbau der Innenstadt von Berlin.
Egon Schrick gilt auch heute noch als einer der besten Zeichner und Aktionskünstler Deutschlands.
Als ehemaliger Architekt war schon bald die Zeichnung die Grundlage seiner künstlerischen Tätigkeit, die Leitthemen seines Schaffens das Leiden an Krieg und Verfolgung und der Protest gegen den „globalen Irrsinn“.
Getrieben von den tagesaktuellen,Schreckensnachrichten suchte er das Publikum aus seiner dumpfen Komfortzone und dem stumpfsinnigen Hin-und wieder Wegschauen aufzustören. So bearbeitete er Themen wie „Bosnien 1993“,“ Mölln 1992“ und „Granateinschläge in Sarajewo“, basierend auf dem Kriegstagebuch einer Einwohnerin der Stadt.
Seine Werke in ihrer düsteren Eindringlichkeit und politischen Brisanz wurden von der Presse als herausragend bezeichnet. Er sei „wahrhaft ein Künstler, der mit dem Finger ficht,
wo die Faust regiert“.In einer seiner Aktionen entblößte er sich, bevor er anfing, sich im Kontext „Figur und Landschaft“ in seine Zeichnung einzufügen vor den zum Teil schockierten
Zuschauern, die daraufhin die Galerie verliessen. Der Hinweis auf das Ausgeliefertsein und die Nichtigkeit des Menschen, wenn Grauen und Willkür herrschen, war die eigentliche Aussage dieses Akts und hat zeitlos traurige Gültigkeit.
Egon Schrick verstarb am 30. April 2015 in Berlin

